Künstliche Mineralfasern - KMF

Künstliche Mineralfasern (Abkürzung: KMF) sind amorphe
silikatische Fasern und werden unterteilt in Mineralwollfasern
(Glas-, Stein-, Schlackenwolle), textile Glasfasern, Keramikfasern
und Fasern für Spezialzwecke (Glas-Mikrofasern).
Eigenschaften:
Eigenschaften:
- nicht brennbar
- sehr gute Wärmedämmwirkung
- zum Teil Verspinnbarkeit (textile Glasfasern)
- beständig gegen Hitze
- relativ beständig gegen Wasser und Chemikalien
KMF werden künstlich aus Glas-, Gesteins- oder Schlackeschmelzen durch Ziehen, Blasen oder Schleudern hergestellt. Es entstehen Fasern mit einer Dicke von 2 bis 20 ¼m. Im Gegensatz zum natürlich vorkommenden, kristallinen Asbest brechen alle Mineralfasern quer. Das heißt sie verkürzen sich und es bildet sich in der Regel nichtfasriger Staub statt lungengängigen Fasern wie bei Asbest.
Gesundheitsgefährdung
Eine gesundheitsschädigende Wirkung kann bei KMF durch Einatmen
auftreten. Vor allem dann, wenn die Fasern kritische Abmessungen
aufweisen: Länge > 5 ¼m, Durchmesser < 3 ¼m, Länge :
Durchmesser > 3 : 1. Ähnlich wie bei Asbest wirken sie dann
krebserzeugend. Auch im Feinstaubbereich, bei Faserlängen > 1
¼m, sind sie besonders schädlich für die Lunge.
Bei Hautkontakt können KMF Juckreiz auslösen.
Einstufung von KMF auf Grund des Kanzerogenitätsindex (KI):
KI-Wert | Einstufung |
|---|---|
KI-Wert =< 30 | K2 – "Stoffe, die als krebserzeugend für den Menschen angesehen werden sollten" |
30 < KI-Wert < 40 | K3 – "Stoffe, die wegen möglicher krebserzeugender Wirkung beim Menschen Anlaß zur Besorgnis geben" |
KI-Wert => 40 | keine Einstufung als krebserzeugend |
Um das Gesundheitsrisiko zu senken, bietet die Industrie inzwischen KMF mit verbesserter Biolöslichkeit an. Solche Fasern lösen sich bei Kontakt mit Körperflüssigkeit relativ schnell auf und verlieren so ihr krebserzeugendes Potenzial.
Grenz- und Richtwerte
TRK-Wert am Arbeitsplatz: 500.000 Fasern/m³
Hintergrundwert für Innenräume: 1.000 Fasern/m³
Verwendung
Im Wärme- und Schallschutz, beispielsweise
- in Innenwänden/Leichtbauwänden,
- in Akustikdecken,
- in Fußböden,
- im Dachausbau,
- für Außenfassaden,
- als Trittschalldämmung unterm Estrich,
- in mineralfaserhaltigem Putz,
- als Wärmedämmung in Rollladenkästen.
Im Brandschutz, z.B. beim Fassadenbau oder für Spritzisolierungen.

